Die folgenden Grundprinzipien sind "typisch stoisch". Als prokopton werden sie dir irgendwann in Fleisch und Blut übgehen. Im Folgenden erfährst du, welche Prinzipien ich meine.
Diogenes Laertios schreibt über Zenon in Buch 7. 104:
Indifferent heiße einerseits, was weder zur Eudämonie noch zum Unglück beiträgt wie Reichtum, Ruhm, Gesundheit, Stärke, etc.; denn man kann auch ohne diese glücklich werden, weil es von der Art ihres Gebrauches abhängt, ob sie glücklich oder unglücklich machen.
Das Auto des Nachbarn, das eigene Auto, die Formel 1, die Farbe des Nagellackes sind dann bspw. “nicht der Rede wert” bzw. nicht von Bedeutung hinsichtlich der Eudämonie.
Etwas ist indifferent oder gleichgültig, wenn etwas keinen Beitrag, positiv wie negativ, zum “sittlichen Leben” leistet – oder es nichts mit der Tugend zu tun hat.
Also, um es klar zu machen: Das, was die Stoiker als gleichgültig bezeichnen, bezieht sich immer auf die Wirkung auf die Eudämonie.
Das, was zur Eudämonie ausreicht, sind die Tugenden,und damit auch die gute Tat oder der gute Mensch (im Sinne der Stoa).
Das, was eine negative Wirkung auf die Eudämonie hat bzw. sie verhindert, sind die Laster, die lasterhafte Tat oder der schlechte Menschen (im Sinne der Stoa).
Die Empfehlung der Stoiker ist, sich um die Dinge keine Gedanken zu machen, die keinen Beitrag zur Eudämonie liefern. Zielstrebig eben.
In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist.
Betrifft etwas also nicht unseren Charakter oder unsere Person, so hat es nichts mit uns zu tun.
Das hat auch nichts mit Apathie nach ICD 10 oder mit Ignoranz zu tun.
Die 2 Grundprinzipien betreffen die Dinge, die laut Stoa zur Eudämonie beitragen und die wir beeinflussen können.
Es ist so, dass wir die Dinge, die wir nicht ändern können, akzeptieren sollten.
Bei allem anderen liegt es an uns, die Tugenden entsprechend einzusetzen.
Wie man in einer Situation Mut, Gerechtigkeit, Weisheit oder Mäßigung anwendet? Dann sind wir im Kern der stoischen Philosophie.